AV2020: Young Professionals planen Befreiungsschlag

Die Young Professionals Association (YPA) ist erleichtert über das Abstimmungsergebnis. Zukünftige Reformbemühungen müssen zwingend die Interessen der jungen Berufstätigen berücksichtigen. In dieser Debatte sind konstruktive Vorschläge gefragt. Eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe von YPA wird nach Auswegen aus dem Reformstau suchen.       

Für junge Berufstätige ist die Ablehnung der AV2020 eine gute Nachricht. Bobby Leu, Präsident der Young Professionals Association, ist überzeugt, dass der von YPA vertretene Personenkreis der jungen Fach- und Führungskräfte „einen massgeblichen Anteil an dem ‚Nein’ hat“. Eine Studie im Auftrag von YPA hatte im Vorfeld der Abstimmung ergeben, dass über 80 Prozent der jungen Führungskräfte gegen die AV2020 stimmen würden. Angesichts der knappen Ausgangslage hat YPA in den letzten Tagen einen gemeinsamen Aufruf mit dem Ökonomie-Professor Martin Janssen verbreitet. Dieser wurde zur Schlussmobilisierung gezielt in den Kantonen mit erwartbar engem Resultat auf Social Media verbreitet. „Die Video-Message war punktgenau auf unsere Zielgruppe kalibriert und hat über 70 000 Personen erreicht“, so Bobby Leu.

Das „Nein“ zur Senkung des Umwandlungssatzes im Jahr 2010, zur Volksinitiative AHVplus vor einem Jahr und nun zur AV2020 wirft die Frage auf: Ist die Altersvorsorge in der direkten Demokratie überhaupt reformierbar? YPA ist überzeugt, dass die Antwort „Ja“ lautet. Eine Reform muss aber als umfassende Modernisierung des Generationenvertrags konzipiert werden. „Gefragt sind neue Ansätze“, sagt Bobby Leu. Er warnt davor, die AV2020 in leicht modifizierter Form dem Volk nochmals vorzulegen. „Rein kosmetische Änderungen im Bereich der Nachkommastellen würden von den jungen Berufstätigen kaum goutiert.“

Stattdessen geht es jetzt darum, einen Vorschlag auszuarbeiten, welcher die Anliegen der jungen Generation aufgreift. „Die jetzigen Sozialsysteme sind auf die stetigen Erwerbs-Lebensläufe des 20. Jahrhunderts ausgerichtet“, sagt Bobby Leu. In den Biografien der Millennials sind jedoch häufige Wechsel an der Tagesordnung. „Fragen wie zeitweise Selbständigkeit, Babypausen oder flexibles Rentenalter“ sind für Junge wichtig, doch wurden sie bei AV2020 weitgehend ausgeblendet. „Wenn diese Aspekte zufriedenstellend beantwortet werden, dann hat eine neue Reform bei den Jungen gute Chancen.“ Als Reaktion auf das Abstimmungsresultat wird YPA in den nächsten Wochen eine wissenschaftliche Arbeitsgruppe einsetzen. Sie soll finanziell nachhaltige Reformvorschläge aus Sicht der jungen Berufstätigen ausarbeiten.

Kontakt

Bobby Leu, Präsident YPA, bobby.leu@ypa.ch, +41 79 641 0826

Vital Schwander, Vizepräsident YPA, vital.schwander@ypa.ch, +41 79 766 6348

Über die Young Professionals Association: YPA ist ein politisch ungebundener Zusammenschluss junger Fach- und Führungskräfte sowie Unternehmer. Er wurde im Mai 2017 als Sprachrohr der 25-45-Jährigen in unternehmerischen und gesellschaftspolitischen Fragen gegründet.

Twitter: @YPA_CH

Web: https://www.ypa.ch

2017-09-24T16:18:56+00:00