Professor Martin Janssen ruft gemeinsam mit YPA zu einem doppelten Nein auf. Bei dem knappen Rennen kommt es auf jede Stimme an.

Diesen Sonntag stimmt die Schweiz über die Reform Altersvorsorge 2020 (AV2020) ab. Letzte Prognosen lassen ein äusserst knappes Ergebnis erwarten. Für den Ausgang wird insbesondere entscheidend, dass die jüngeren Stimmbürgerinnen und Stimmbürger tatsächlich abstimmen gehen. Gemeinsam mit der Young Professionals Association YPA setzt sich Ökonomieprofessor Martin Janssen für ein doppeltes Nein zur AV2020 ein. Mit einer Videokampagne auf Facebook, Instagram und Twitter rufen YPA und Martin Janssen dazu auf, am Sonntag zweimal Nein zu stimmen.

Wie verschiedene Umfragen zeigen, lehnt eine Mehrheit der Jungen die Reform ab. Zu diesem Ergebnis kam auch eine wissenschaftliche Studie des Konstanzer Organisationswissenschaftlers Florian Kunze im Auftrag von YPA. Besonders deutlich ist die Ablehnung der Reform bei jungen Führungskräften.

Laut Martin Janssen, emeritierter Professor für Finanzmarkttheorie an der Universität Zürich, kosten die AHV-Ausbaumassnahmen einen durchschnittlichen jungen Berufstätigen mehrere hundert Franken pro Jahr. „Die Vorlage ist nicht im Interesse der jungen Generation“, sagt er. Zu den Belastungen trägt die Mehrwertsteuererhöhung um 0,3 Prozentpunkte und die Erhöhung der AHV-Lohnabzüge um 0,6 Lohnprozentpunkte bei. Diese Gelder würden allerdings nicht zur Stabilisierung der AHV eingesetzt, sondern für einen „Ausbau, der die Probleme der AHV in keiner Art und Weise löst“, so Janssen. Im Gegenteil: Die auch bei den Pensionskassen bestehende Umverteilung zulasten der Jungen würde bei einem Ja zur Reform verschärft.

Martin Janssen hat bereits in der NZZ am Sonntag und in der Schweiz am Wochenende Position gegen die AV2020 bezogen.